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ToggleWas sind Stärken eines Teams?
„Gemeinsam sind wir stark.“ Diese Redewendung begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Gerade dieses Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt können ein Team stärken.
In Zeiten der Arbeitnehmerlosigkeit, des Fachkräftemangels und gestiegener Konkurrenz um Arbeitnehmerinnen der Firmen untereinander, sind Unternehmen darauf angewiesen, ihre Arbeitskräfte an sich zu binden. Recruiting neuer Mitarbeitender ist immens wichtig. Aber die besten neue Mitarbeiterin nützt nichts, wenn sie in ein schwieriges Teamklima startet und nach kurzer Zeit wieder kündigt.
Wann immer wir Menschen in Gruppen zusammenhalten, wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet. Es stärkt das Vertrauen und die Bindung untereinander und kann Stress reduzieren. Es fördert Empathie und stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit.
Gerade starke Teams haben eine feste Bindung aneinander und an das Unternehmen. Sie stützen sich gegenseitig in stressigen Situationen und können durch den Zusammenhalt Hürden besser nehmen, als ein Einzelkämpfer.
Deshalb ist die Förderung eines positiven Teamklimas eine wichtige Investion ins Unternehmen.
Was gehört zu einem starken Team?
- Ziele: gemeinsam im Team klare Ziele zu verfolgen, stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Durch Ziele legen wir die Richtung fest und anhand unserer Ziele treffen wir Entscheidungen und setzen Prioritäten.
- Fokus: Die Konzentration auf eine Sache zu, baut Momentum auf. Gerade im Teamgefüge gibt dieses Momentum Energie und lässt Aufgaben leicht von der Hand gehen.
- Mitgestaltung: Die aktive Einbeziehung der Mitarbeitenden in die Gestaltung der Arbeitsabläufe zeigt Wertschätzung und seien wir mal ehrlich, wer kennt die Abläufe innerhalb eines Arbeitsfeldes besser, als die, die darin arbeiten.
- Sinn: gerade der Sinn einer Tätigkeit schafft Motivation. Der Sinn ist das Warum, der Grund warum alle in eine Richtung maschieren. Was ist der Sinn deines Unternehmens und passt dieser zu den Werten deiner Mitarbeitenden?
- Kommunikation: egal ob gute oder schlechte Neuigkeiten. Die Kommunikation im Team sollte stets transparent und direkt sein. Das schließt Feedback genauso ein, wie der Austausch über Dinge außerhalb des Arbeitsfeldes. Eine ehrliche Kommunikation schafft die Basis auch Themen anzusprechen, die nicht so bequem sind. Doch gerade die sind es, die ein Team und ein Unternehmen weiterentwickeln.
- Wertschätzung: Monetär, in Form von Lob, Aufmerksamkeit oder Hilfsangeboten. Wertschätzung ist wie Kleber, der das Team zusammen hält. Dabei kann Wertschätzung nicht nur von Vorgesetzten, sondern ebenso aus dem Kollegium kommen.
Welche Eigenschaften hat ein starkes Team?
Flexibilität: Die Arbeitswelt ist schnell und Aufgabenfelder und Anforderungen ändern sich mitunter täglich. Dabei kann Flexibilität das Werkzeug sein, das ein Team beweglich hält.
Leadership auf Augenhöhe: Zu einem widerstandsfähigen Team gehört Führung auf Augenhöhe. Wir alle sind Menschen und existieren auch außerhalb unseres Jobs. Auf die individuellen Stärken und Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen und emphatisch zu sein, verstehe ich unter guter Führung.
Reibung: In einem starken Team ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Reibung ist normal und sie erzeugt die nötige Energie, um Veränderungen anzustoßen.
Wunsch nach Verbesserung (auch über das eigene Team und Arbeitsfeld hinaus): Jede Einzelne und auch das gesamte Team sollte nach Verbesserung streben. Es geht dabei nicht um Profitmaximierung, sondern um persönliche Entwicklung und damit auch die Entwicklung des gesamten Unternehmens.
Ehrlichkeit: Vertrauen stellt sich da ein, wo offen kritisches Feedback geäußert werden kann, ohne den Menschen persönlich anzugreifen. Diese ehrliche Kommunikation umfasst auf der anderen Seite aber auch positives Feedback und den wertschätzenden Umgang miteinander.
Keine Angst vor Fehlern: In resilienten Teams herrschte eine starke Fehlerkultur. Das bedeuten nicht, dass keine Fehler gemacht werden, sondern, dass diese Fehler offen angesprochen, analysiert und daraus Schlüsse für das nächste Mal gezogen werden können. Es geht nicht um die Schuldfrage, sondern um Lernen.
Welche Stärken bringe ich mit ins Team?
Es gibt verschieden Modelle zu Persönlichkeitsausprägungen. Hier möchte ich dir das Menschenkenntnis-Modell vorstellen:
Rot: Rote Persönlichkeitstypen sind Macher. Sie entscheiden sich schnell und nehmen dabei wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse einzelner Teammitglieder. Sie übernehmen gerne Verantwortung und legen Wert auf Respekt und Anerkennung. In Konflikten sagt ein roter Persönlichkeitstyp deutlich, was ihm oder ihr nicht passt.
Gelb: Gelbe Persönlichkeitstypen sind die Spaßvögel im Team. Sie nehmen alles mit einer Spur Humor und Probleme meistens nicht so ernst. Sie arbeiten gerne mit anderen Menschen zusammen und motivieren die Mitglieder ihres Teams für Dinge, die sie selbst begeistern. Sie schweifen manchmal ab und sind von gleichen Abläufen gelangweilt. Konflikte vermeidet der gelbe Persönlichkeitstyp und spricht eher selten an, wenn etwas nicht passt.
Grün: Grüne Persönlichkeitstypen sind die Teamplayer schlechthin. Sie lieben Beziehungen und langfristige Zusammenarbeit. Routineaufgaben geben ihnen einen sicheren Rahmen und Veränderung bedürfen einer gewissen Vorlaufzeit und guter Aufklärung. Grüne Persönlichkeitstypen reagieren empfindlich auf Kritik, weil sie sie oft persönlich nehmen und „schlucken“ viel herunter, bevor sie etwas sagen.
Blau: Blaue Persönlichkeitstypen sind die Analysten in Teams. Sie planen und strukturieren ihre Aufgaben und gehen sehr in die Tiefe. Sie legen wert auf Genauigkeit und arbeiten nicht gerne unter Zeitdruck. Die Konfliktgefahr bei blauen Persönlichkeitstypen besteht vor allem, wenn er wenig oder unklare Informationen erhält.
Gerade die Mischung verschiedener Persönlichkeitstypen macht ein Team widerstandsfähig. Um so diverser die Charaktere, um so weniger „Blinde Flecken“ hat ein Team.
Was ist ein resilientes Teams?
Resiliente Teams haben die Fähigkeit, Krisensituationen gemeinsam zu bewältigen und aus ihnen manchmal sogar gestärkt hervor zu gehen. Resiliente Teams können trotz der Unvorhersehbarkeit dieser Krisen weiter produktiv arbeiten.
Resiliente Teams haben klare Ziele, die sie in eine Richtung lenken. Es kann sinnvoll sein, dieses Ziel in mehrere kleine Etappen zu urteilen, sodass das Vorankommen auch in größeren Projekten gut sichtbar ist. Das Erreichen dieser Meilensteine kann dann gemeinsam gefeiert werden. Dabei spielt Fokus eine wichtige Rolle. Die Energie des gesamten Teams bündelt sich auf die eine Sache. Und es ist wichtig die positiven Dinge hervor zu heben. Da das Gehirn dazu neigt negative Dinge gewichtiger zu werten, ist es wichtig die Dinge, die gut laufen besonders zu untermalen.
Gerade eine offene Fehlerkultur hat großen Einfluss auf die Widerstandskraft eines Teams. Fehler können passieren und sind eine Chance aus ihnen zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. Diese Chance können wir jedoch nur ergreifen, wenn diese offen angesprochen und analysiert werden.
Und jedes Team ist nur so stark, wie die einzelnen Teammitglieder.
Wie kann man ein Team stärken?
Durch Modelle wie Menschenkenntnis kann man die verschiedenen Charaktere in einem Team besser verstehen und so Verhalten besser zuordnen. Auch erklärt sich, warum vielleicht meist bestimmte Gruppenmitglieder aneiender geraten oder warum bestimmt Kolleginnen in Besprechungen zurückhaltend sind.
Doch auch wie eine Team sich bildete, welche gruppendynamischen Prozesse ablaufen und was dabei die Herausforderungen sind, sind Erkenntnisse, die ein Team stärken können.
Die Phasen des Teambuildings
Ein neu gebildetes Team benötigt eine gewisse Zeit, bis es gemeinsam arbeiten und zusammen Leistung bringen kann. Dieser Prozess wiederholt sich in kleiner Form, wann immer ein Mitarbeitender geht oder eine neues Teammitglied dazu kommt. Dann ordnen sich die Strukturen, Rollen und Positionen innerhalb des Teams neu.
- Forming: Das erste Zusammentreffen, Kennenlernen und gegenseitige Abtasten. Die Arbeitsfähigkeit der Gruppe ist in dieser Phase noch sehr gering.
- Storming: Die Machtkampf-Phase. Hier findet die Annäherung und auch die Rollenverteilung der Gruppe statt. Die Spannung innerhalb des Teams ist hier sehr hoch.
- Norming: In dieser Phase der Vertrautheit sind alle Rollen und die gruppenspezifischen Regeln festgelegt. Es beginnt sich ein „Wir-Gefühl“ auszuprägen.
- Performing: In dieser Phase herrscht eine hohe Produktivität. Die Gruppe benötigt jedoch Herausforderungen, da sonst die Gefahr besteht, wieder in Phase 2 zurück zu fallen.
- Adjourning: In der Trennungsphase ist es Zeit Abschied zu nehmen. Die Erfahrung ist abgeschlossen und es findet eine Neuorientierung der einzelnen Mitglieder des Teams statt.
Ein Team stärken im Homeoffice
Gerade wenn Teams Remote arbeiten, kann das „Wir-Gefühl“ abhanden kommen. Dadurch, dass man weniger Kontakt zu den Kolleginnen hat und die Gespräche auf den Fluren ausfallen, ist es wichtig das Teamgefüge zu stärken.
- Schaffe Raum für kleine Begegnungen online, bsp. einen Meetingraum zum gemeinsamen verbringen der Mittagspause
- für den persönlichen Kontakt, greife gerne mal zum Telefon
- frage als Führungskraft die Bedürfnisse deiner Mitarbeitenden ab
- kleiner Konflikte sollten zeitnah geklärt werden, damit sie sich nicht verfestigen
- erreichte Ziele sollten gemeinsam abgehakt und gefeiert werden
- der Informationsfluss muss klarer und präziser sein, da die kleinen Info-Gespräche und der „Flurfunk“ weg fällt
- in Onlinemeetings sollten die Kameras eingeschaltet sein, um die Kolleginnen zu sehen
- auch Teambuilding-Workshops können online angeboten werden
3 Übungen, die das Team stärken
Die Komplimentedusche: auf je eine Seite eines Boards (online bsp. Jamboard) oder eines Flipcharts (offline) wird der Name jedes Teammitglieds geschrieben. Dann hat das Team 10 Minuten Zeit zu jeder Person positive Eigenschaften auf Post its zu schreiben. Es ist sehr schön wie viele positive Dinge über ein Mitglied zusammengetragen werden.
2 Wahrheiten, 1 Lüge: Jedes Teammitglied hat 3 Minuten zeit sich 3 Dinge über sich heraus zu suchen. Dabei ist es wichtig, dass 2 Dinge wahr und die dritte eine Lüge ist. Die Gruppe rät dann, was wahr und was falsch ist. Das Spiel führ zu vielen Lachern und man lernt noch etwas über die Kolleginnen.
Verlinken: Gerade online ist das Verlinken eine schöne Möglichkeit, um Gemeinsamkeiten zu entdecken. Eine Person beginnt zu erzählen und wenn eine andere sich vom Gesagten angesprochen fühlt, weil es sich um ein gemeinsames Thema handelt, formt diese beide Daumen und Zeigefinger zu Kreisen und verlinkt diese. Dann erzählt die Person, die sich verlinkt hat, was sie angesprochen hat und erzählt weiter, bis sich der nächste verlinkt. Das Spiel geht so lange, bis jeder einmal dran war.
Warum sollten man ein Team stärken?
Hier habe ich 7 Gründe für dich, warum es sinnvoll ist ein Team zu stärken:
- Starke Teams können mit Krisen besser umgehen
- Die Kommunikation in starken Teams ist offener und ehrlicher
- Starke Teams haben eine höhere Lösungsorientierung
- Das Vertrauen ist hoch
- Ein starkes Team färbt auf andere Teams ab
- Mitglied eines starken Teams zu sein, wirkt sich positiv auf die Motivation der Einzelnen aus
- Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden ist in starken Teamgefügen höher
Aufgaben eines Leaders, um ein Team zu stärken
Respekt : Das umfasst vor allem die Unvoreingenommenheit gegenüber verschiedenen Charakteren und Persönlichkeiten in einem Team. Die Rücksichtnahme auf die individuelle Leistungsfähigkeit, den mentalen Zustand und aktuelle Arbeitsbelastung. Nicht immer kann jeder Mitarbeitende 100 Prozent geben. Das wichtigste in meinen Augen ist jedoch, dass niemand im Team eine Sonderstellung hat, sondern alle gleichberechtigt behandelt werden.
Sinn geben: Dabei kann sich das Team, aber auch das gesamte Unternehmen die Frage stellen: „Was hat die Welt davon, dass wir tun?“ Sinn ist ein wertvoller Antreiber, gerade in Phasen der Belastung und in schwierigen Situationen.
Aufmerksamkeit: Eine Führungskraft sollte jedem Mitarbeitenden ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und zeit schenken. Dabei besteht die Hürde darin, dass besonders „laute“ Teammitglieder leisere übertönen. Das sollte nicht zum Nachteil für diese unkomplizierten und zurückhaltenden Kolleginnen führen.
Demut: Ich muss als Führungskraft nicht alles können. Genau da liegt ja die Stärke eines Teams, dass jeder andere Kenntnisse und Fähigkeiten hat und diese einbringt. Als Leader solltest du am Unternehmen arbeiten und nicht im Unternehmen.
Vertrauen schenken: Vertrauen ist eine Wechselwirkung. Du gibst Vertrauen und bekommst welches als Gegenleistung. Dabei ist es wichtig klare Grenzen zu setzen und die Werte von dir als Führungskraft, sowie die des Unternehmens zu verdeutlichen. Vertrauen zeige ich beispielsweise dadurch, dass möglich viele Entscheidungen in die Hände der Mitarbeitenden lege.
Gemeinsames Feiern der Erfolge: Das Erreichen von Zielen sollte nicht im Alltagsgeschäft untergehen. Wenn sich solche Erfolge einstellen, dann ist es wichtig, diese hervor zu heben und sie als Team zu feiern.
Lob und Anerkennung: Lob sollte ernst und ehrlich gemeint sein. Dabei ist es wichtig, dass es spontan kommt und nicht erst nach einem halben Jahr im Mitarbeitergespräch erwähnt wird. Es sollte sich auf einen spezifische Situation oder einen Sachverhalt beziehen. Wann immer du deine Anerkennung ausdrückst, sollte sie zum weitermachen anregen.

Als weibliche Führungskraft in einem stressigen Umfeld weiß ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Stress und dessen Folgen auseinanderzusetzen. Deshalb habe ich, gelernte Krankenschwester und Gründerin, es mir zur Aufgabe gemacht, meine Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen und mehr Bewusstsein für das Thema zu schaffen. Meine Inhalte und Impulse sind von mir selbst erprobt und stammen aus der Praxis. Ich möchte Frauen in Führungspositionen dabei unterstützen, ihre Stressoren zu erkennen und gezielt Konflikte zu bewältigen.

